Reisebericht Färöer
27.05.2026
Reisebericht von Karin Schmidt
Mit viel Vorfreude steige ich ins Flugzeug nach Kopenhagen – ein Besuch der dänischen Hauptstadt sowie ein Aufenthalt auf den Färöer-Inseln stehen bevor. Es wurde mir im Vorfeld gesagt «auf den Färöer regnet es nur». Ob diese Aussage stimmt, will ich in den nächsten Tagen unbedingt herausfinden. Regenkleider und wasserdichte Jacken befinden sich in meinem Gepäck. Da ich als unverbesserliche Optimistin für Sonnenschein gelte, habe ich auch einige T-Shirts und meinen Sonnenhut eingepackt. Flip-Flops bleiben zuhause.
Kopenhagen
Nach Ankunft quartiere ich mich gleich im Flughafenhotel ein. Gepäck im Zimmer verstauen und los geht’s! Die Regionalbahn bringt mich bequem in 15 Minuten zur Innenstadt. Mit meinem Stadtplan in der Hand, spaziere ich durch die kleinen Stassen und fussgängerfreundlichen Gassen. Eine Stadt voller Lebensfreude! Das Wetter ist angenehm warm, die Menschen sitzen in sommerlicher Kleidung in Cafés, Restaurants, am Wasser und geniessen den Sonnenschein. Überall bieten charmante Läden ihre Waren an und laden zum Verweilen ein. In der gemütlichen Fussgängerzone scheint sich jedermann zu kennen. Kleinere Gruppen von Leuten, die miteinander diskutieren und gestikulieren. Feiner Duft von nordischen Essen, ein bunter Mix verschiedener Kulturen. Hygge pur.
Voller Eindrücke von dieser abwechslungsreichen Metropole, zwischen Moderne und Traditionellen, kehre ich in mein Hotel zurück und freue mich auf den morgigen Flug zu den Färöer-Inseln.
Färöer-Inseln
Nach Ankunft werden wir, eine buntgemischte Touristiker-Gruppe aus aller Welt, von unserem Guide herzlich empfangen. Voller Spannung sehen wir den nächsten Tagen entgegen und freuen uns auf viel Neues.
Kleidung - Wind – Regen – Wolken - Sonne
Das Wetter ist oft garstig. Aber gerade dieser Umstand machen die Färöer zu einer einzigartigen Destination. Ein Wechselbad zwischen Sonnenschein, Wind, Wolken, Regen und wieder zurück zu Sonnenschein, begleitet uns durch die Tage. Die Stimmungen, die dadurch entstehen, sind einzigartig! Auch die Farben. Grün gibt es in allen Nuancen. Menschen, die gerne fotografieren, schweben hier auf Wolke sieben.
Schlechtes Wetter? Gibt es hier nicht. Nur falsche Kleidung.
Menschen und Stricknadeln
Die Herzlichkeit, mit welcher sich die Einheimischen begegnen, ist sehr bewegend. Jeder kennt hier jeden. Die Familien sind aufeinander angewiesen und helfen einander, wo immer möglich. Sie kochen, essen, diskutieren, tanzen und singen miteinander. Gemeinsam wartet man auf die Rückkehr der Fischer und freut sich über den Fang. Kinder spielen bei jedem Wetter draussen und verbreiten viel Lebensfreude.
Wir sind bei einer Familie zum Stricken eingeladen. Wir werden von der Besitzerin und zwei Nachbarinnen herzlich empfangen. Herrlicher Duft aus der Küche strömt uns entgegen. Wahrscheinlich haben die Frauen hier den ganzen Morgen gearbeitet und gemeinsam die Küche in eine kleine Bäckerei verwandelt. Der Tisch im Wohnzimmer ist reichlich mit vielen Spezialitäten und liebevoll mit Sonntagsgeschirr gedeckt.
Ich bin die einzige Person, welche kein Dänisch spricht. Aber das spielt keine Rolle, unsere Stricknadeln sprechen eine eigene Sprache. Aus dem Färöer Wollknäuel ist später ein Schal entstanden. Er hält mich im Winter warm und weckt liebevolle Erinnerungen an diesen einzigartigen Nachmittag in Tórshavn.
Essen und Fisch
Die Lachszucht spielt auf den Färöern eine zentrale Rolle. Sie ist ein wichtiger Teil der Wirtschaft und zugleich eng mit der lokalen Kultur verbunden. In den Restaurants kommt oft frischer Fisch auf den Teller, schlicht zubereitet und von guter Qualität. Auch die Gastfreundschaft gehört zu den Eindrücken, die auf den Inseln immer wieder spürbar sind.
Tunnels – Fähren – Auto
Die Färöer-Inseln sind für ihre Unterwassertunnel bekannt. Diese verbinden die verschiedenen Inseln und die Menschen miteinander. Der Eysturoy-Tunnel vereint die gleichnamige Insel mit der Hauptstadt Tórshavn und ist der erste Unterwasserkreisverkehr weltweit und somit der ganze Stolz der einheimischen Bevölkerung.
© faroephoto.com
Das Autofahren auf den Färöern verlief ruhig und entspannt. Hektik gab es kaum, der Verkehr war überschaubar und das Tempo gemächlich. Die grösste Aufmerksamkeit galt oft nicht anderen Autos, sondern den freilaufenden Schafen, die jederzeit auf der Strasse auftauchen konnten. Sie hatten hier ganz selbstverständlich Vortritt. Das Motto „slow down, take it easy“ passte gut zu dieser Art des Unterwegsseins.
Für weiter entfernte Inseln, etwa Suðuroy, gehörte die Fähre zum Alltag. Die Einheimischen nutzten sie ähnlich selbstverständlich wie anderswo den Zug. Während der rund zweistündigen Überfahrt sass man im Café, trank etwas, schaute hinaus aufs Meer und kam ohne Eile an. Nach der Ankunft ging das Leben seinen gewohnten Gang weiter.
Ich komme wieder
Diese Reise hat meine Faszination für den Norden einmal mehr bestätigt. Land, Leute, Wasser, Wetter, Stimmungen, unberührte Natur, weite Landschaften, Farben und noch vieles mehr machen eine Reise in den Norden zu unvergesslichen Erlebnissen.
Darf ich Sie mit der „Norden-Faszination» anstecken? Gerne teile ich mit Ihnen mein Wissen und meine Erfahrungen.